Das Tanzen auf der '1' wurde in den New Yorker Clubs Mitte der 70er in den Tanzkursen vor den Parties eingeführt, (Zitat Jojakim Balzer - Berliner NY-Style-Tanzlehrer). Das Schwierige ist nicht, die '2' zu hören, sondern auf der '2' vor- (oder zurückzugehen) und die Pause beim Zurückkommen (der Fuss ist in der Luft) zu machen.
Es ist wirklich einfacher, als Anfänger mit der '1' anzufangen - so konnten die Tanzlehrer in Crash-Kursen den neugierig gewordenen New Yorkern schnell das Tanzen beibringen. Gekennzeichnet ist der New York Style durch Vor- und Zurückgehen im Grundschritt.
Das - verbunden mit dem CBL ('Cross Body Lead' - Platztausch) - ist eines der wichtigsten Merkmale und Grundelement im NY-Style. Weiterhin legt man im New York Style grossen Wert auf Footwork zu deutsch 'Solo Schrittkombinationen' - manchmal auch Shines genannt. Die bekannteste Schrittkombination ist sicherlich 'Suzie Q.'. Aber noch viel gravierender im Unterschied zu anderen Salsa-Tanz-Stilen ist die Philosophie.
Der Mann ist dazu da, die Frau zu präsentieren, d.h. er selbst hält sich charmant zurück und gibt der Frau genügend Gelegenheit, Platz und Spielraum für eigene Figuren, Drehungen, der Mann tanzt dezent - die Frau zieht die Blicke auf sich. Das ist der grösste Bruch gegenüber dem kubanischen Stil - hier ist die Frau manchmal nur 'Anhängsel' des Mannes, der sich selbst produziert und teilweise keinen (Blick) Kontakt zur Frau mehr hält sondern diese lässig um sich herum dreht (nicht vor und zurück wie beim New York Style) oder sich von ihr abwendet.
Das beantworten dann die Kubanerinnen mit besonders aufreizenden Bewegungen locker aus dem Becken heraus, welche dann wiederum die Blicke der Zuschauer auf die Frau ziehen. Als besonders! bei der Salsa Cubana gilt bei manchen Männern, während des Tanzens mit anderen Frauen am Rande der Tanzfläche zu flirten. Kubanisch kann man auch auf der '2' tanzen - die Kubaner nennen das Contra-Tiempo
Beim New York Style (on 2) werden 2 (Rhythmus)-Varianten grundsätzlich unterschieden. Zur Beschreibung der Rhythmus-Varianten im Salsa hat sich der Break(schritt) als Kriterium etabliert. Der Break(schritt) bezeichnet den Richtungswechsel (typisch von vor zurück und umgekehrt) - also z.B. beim LA-Style die 1 (und die 5), bei Salsa Cubana die 3 (und die 7), etc. Beim Dancing on 2 erfolgt dieser Richtungswechsel auf 2 (und 6).
Unterschieden wird beim Salsa New York Style (on 2) zwischen dem von Eddy Torres als Salsa Night Club Style geprägten und gelehrten Stil und dem Salsa Palladium Style (auch: Classic Mambo). Bei beiden Stilen erfolgt der Break on 2, aber! : Salsa Night Club Style wird auf 1,2,3 - 5,6,7 getanzt. Dies scheint! dem LA-Style gleich, unterscheidet sich jedoch deutlich im Break (Richtungswechsel): beim LA-Style erfolgt der Break on 1 (und 5).
Salsa Palladium Style (Palladium - berühmter Club in NY zur Zeit des Mambo) wird auf 2,3,4 - 6,7,8 getanzt, Break natürlich auch "on 2".
Dem erfahrenen Tänzer fällt sicherlich gleich die Paralle zum cubanischen
Son (4 - 6,7,8 - 2,3...) auf - mit Recht - dies ist ein Hinweis auf die Entwicklungsgeschichte.....und unterstreicht die originäre Verbindung zum afro-cubanischen Ursprung. Der besondere Reiz des wohl am meisten verbreiteten Salsa-Stiles Palladium Style liegt in der faszinierenden, ausgeprägten Rythmik .
Die beiden durch die Conga besonders betonten Takte 4 und 8 (tum tum) - vergl. Son - zusätzlich zur Clave (....4 - 6,7..) führen zum Verschmelzen des Tanzens mit dem Rhytmus. Dies ist sicherlich auch der Grund für die bereits seit ca. 1/2 Jahrhundert andauernde Popularität diese (Rhythmus)-Stiles.